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Tröstende Texte und Bücherliste

Text von MayLi Lao Shin, Japan:
(persönliche Überlassung, (c) 2001; gekürzte Wiedergabe)

Die Zeit zählt nun nicht mehr. Nur noch der Friede, der in Dir ist. Und den Du jenen zuflüsterst, die Du liebst.

Du willst keine Tränen. Du willst uns sagen, dass das, was wir allgemein den Tod nennen, Zeugnis einer tiefgehenden Alchemie in Verbindung mit dem Heiligen ist. Denn die Flamme, die Deinen Körper belebte, ist keineswegs erloschen, sondern hat sich nur verlagert. Der Augenblick des Todes ist der eines heiligen Wechsels, ein allerletzter Akt einer Geschichte, Deiner Geschichte, die jedoch kein Ende hat.

Du flüsterst uns zu, dass Du nicht in dem Sarg bist. Du willst uns verständlich machen, dass Du DA bist. Und wunderbar lebendig Dich hier in unserem Kreise befindest. Jeden einzelnen von uns berührend mit der Liebe und Würde Deines wahren Seins.

Jetzt bist Du wirklich in den Raum aller Möglichkeiten eingetreten, nach denen Dein Herz so inniglich dürstete. Einer anderen Wirklichkeit, dank ihrer diese Welt atmet und sich organisiert, ist jedes Lebewesen ein Kleinod von unschätzbarem Wert. Du bist nach Hause gekommen, wo der Schleier des Zweifels ob Deiner wahren Wesenheit gefallen ist und Du Dich im Licht der Gewissheit ob der all-einenden Göttlichen Liebe als Teil dieser wiedererkennst.

Wir sind in inniger Dankbarkeit für Dein Sein und Wirken, das uns alle unsagbar berührte und berührt, ewiglich verbunden.


Gedicht von Reinhard Hans HAIDENTHALER,
Lyriker & Fotograf, A-5165 Berndorf, Land Salzburg:
((c) Reinhard Haidenthaler, 2003)

Erinnerung

Ich lehn an meinem Fenster, die Nacht zieht übers Land,
vermisse manche Lichter, die gestern noch gebrannt.

Ich horche in die Stille - und höre nur den Wind.
Ich suche nach Geräuschen, die längst gestorben sind.

Ich will Euch nicht vergessen, aus irgendeinem Grund,
man ist oft zu besessen, so halt ich inne manche Stund.

Haben uns oft nicht verstanden - und reden fiel uns schwer.
Doch war'n da unsichtbare Banden, ich spür sie heute umso mehr.

Betrachte Eure Bilder, Erinnerung schreibt Bände,
wie sehr ich sie vermisse, die Hilfe Eurer Hände.

Was ungesagt geblieben, schrei ich nun in die Nacht.
Ich denk an Euch, Ihr Lieben - und halt für immer Wacht.

 

Aus Franz Schmatz, Zeit zu Leben:
(Effata Verlag, s.u.)

Wenn du mich liebst, lass mich gehen!
Wenn du mich wirklich liebst:
Lade mich nicht ein zu bleiben
halte mich nicht fest
binde mich nicht an dich
verführe mich nicht zu warten
führe mich nicht in die Nostalgie
erzähle mir nicht ständig vom Gestern

Wenn du mich wirklich liebst:
lasse mich los
gib mich frei
gönne mir das Neue
öffne mir die Tore
singe mir das Lied der Freiheit
glaube mit mir an den neuen Morgen

Wenn du mich wirklich liebst,
lass mich gehen!


Literatur zum Themenbereich Sterben
(Ausgesucht nach persönlichen Präferenzen von Dr. Gerhard Hacker; in alphabetischer Reihenfolge)

Elisabeth KÜBLER-ROSS: Über den Tod und das Leben danach. Verlag Silberschnur. (2001, 89 Seiten).

Elisabeth KÜBLER-ROSS: Kinder und Tod. Verlag Droemer Knaur, München. (2000, 296 Seiten).

Elisabeth KÜBLER-ROSS: In Liebe Leben. Verlag Silberschnur. (2002, 62 Seiten).

Elisabeth KÜBLER-ROSS: Interviews mit Sterbenden. Kreuz-Verlag, ISBN 3 7831 1493 4 (1971, 238 Seiten).

Michael NEWTON: Die Reisen der Seele. Karmische Fallstudien. Edition Astroterra. (1996).

SOGYAL RINPOCHE: Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben. Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod. (2002, 499 Seiten).

Franz SCHMATZ: Heilende Lebenstexte. Effata Verlag, ISBN 3-9500782-2-3 (1999, 109 Seiten).

Franz SCHMATZ: Zeit zu Leben. Lebenskostbarkeiten aus 25 Jahren Lebens- und Sterbebegleitung. Effata Verlag, ISBN 3-9500782-1-5 (1999, 109 Seiten).

Fritz SCHMID und Robert WYSS: Licht im Dunkel. Meditationen über den Tod und das Leben. Rex-Verlag, Luzern / Stuttgart, 7. Aufl. (1984, 47 Seiten).

Doris WOLF: Einen geliebten Menschen verlieren. PAL Verlag, Mannheim. (2000, 190 Seiten).

Betty J. WYLIE: Vom Sinn der Trauer. Trauern als kreativer Prozess. Scherz-Verlag, München. ISBN 3502148600 (2001, 288 Seiten).

 

 

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